Techniksoziologie

Liebe fleißige Techniksoziologen,

Isis wird nichts und ich glaube nicht, dass Herr Schubert weiß, wie er uns ein Forum einrichten kann.
Deswegen opfere ich selbstlos meinen alten Blog und schlage vor, wir benutzen hier erstmal die Kommentarfunktion, bis wir ne bessere Lösung gefunden haben.

Liebe Grüße, Maren

EDIT: und hier her weiter: http://techniksoziologie.aimoo.com

Wo ist der gute alte Fachidiot?

„Actionscript ist so schön bunt.“

„Ich weiß es eigentlich auch nicht, aber…“

„Muss ich den Button drücken?“

„Wie kann man denn da was animieren?“

„Ich vermute mal…“

„Ist Flash ein Programm?“

Das hilft niemandem.
Designer sollen nicht programmieren. Die sollen Farbregler hin und her schieben. Meine Meinung.

Nochmal Storyboards

Tada: ganz frisch. Fast ganz frisch, und hoffentlich ein Stückchen näher am Ziel – zwei neue Entwürfe mit Tendenz zu Tauglichkeit.
Ein kleines Manko haben sie beide: Wir wollen den Inhalt partout nicht dem Diktat der leidigen zeitlichen Begrenzung des Projektes Abschlussarbeit unterwerfen. Ja man hat ja auch noch ein persönliches Anliegen und überhaupt seinen Stolz, zumal wir möglicher Weise ein bisschen hochgegriffen haben. Ja aber man soll ja auch keine halben Sachen machen, zumal wir optimistisch sind, das ganze noch in einen gemütlichen Rahmen pressen zu können.

Konzeptionell sind beide Ansätze ziemlich ähnlich:
Wir haben die drei verschiedenen Zugänge beibehalten und auch die Idee des Datendoppelgängers.
Die Dystopien sind an die Zugänge gekoppelt und haben keinen direkten Bezug zu Einzelheiten in der Sachebene.
Die Idee ist, dass nach der Auswahl eines Zugangs – im Beispiel mit dem Raum ist es Technik – auf die lang diskutierte Maßnahmenliste erhält, deren Kategorisierung wir jetz auf staatlich und gewerblich beschränkt haben. Alles andere wäre zum großen Teil zu uneindeutig und auch schlecht fundiert. Der User kann sich dann also ein beliebiges Thema herauspicken, soll aber auch einen Überblick über Problempunkte, die sich allgemein über das Themenfeld erstrecken bekommen. Dazu sind mehreren Maßnahmen gemeinsame Aspekte ausgelagert und mit entsprechenden Themen verknüpft. Das sollte aus den Skizzen unten hervorgehen.

Aus Recherche, Gesprächen mit Leuten, die sich mit diesen Themen befassen und einer Auswertung von Infografiken mit ähnlichem Thema geht einigermaßen eindeutig hervor, dass es nicht unbedingt nötig ist, die einzelnen Themen an sich lang und breit zu erklären, da zum großen Teil bekannt ist, was sich hinter den Begriffen verbirgt. Wichtiger ist uns daher, den Fokus auf spezifische Probleme zu richten und Definitionen eher klein zu halten. Daher also die Idee, gleich einen Zugang zu bestimmten Problemen/Aspekten der Maßnahmen zu bieten und deren Redundanz von Anfang an deutlich zu machen.

Was die Infos an sich betrifft: Eine reine Textdarstellung ist eignetlich nicht geplant, aber wir müssen sehen, was die Zeit nachher erlaubt. Wahrscheinlich gelingt es uns nur teilweise, andere Darstellungsformen zu realisieren.

Unser Mousetracker jedenfalls lebt schon und die Comics für die Dystopien sind in Arbeit.

Hier also die Entwürfe. Die Gestaltung an sich ist noch nicht in Stein gemeißelt, es sind nach wie vor Skizzen, allerdings zeichnet sich eine Richung ab, die wir wohl beibehalten.

1) Kontrollraum

Startscreen

Startscreen Info

Mousetracker

Mousetracker Info

Auswahl Technik

Technik Info

Anordnen Massnahmen

Anordnen Info

Infoebene 1

Infoebene 1 - Info

Alternative ohne Wand

Mouseover

Mouseover Info

Onlinedurchsuchung

Onlinedurchsuchung Info

Pop Up Aspekt in Onlinedurchsuchung

Info PopUp

Das Problem mit den Augen/Kameras und der Erkennbarkeit auf den ersten Blick haben wir noch nicht gelöst bekommen. Aber kommt Zeit, kommt Rat, ein Detail, an dem wir uns jetz nicht aufhängen…
In der nächsten Variante sind die Aspekte wahrscheinlich ein bisschen besser dargestellt, da sie nicht so an den Rand rücken.

Bei der folgenden Variante handelt es sich um einen Kontrollraum-Planeten. Das Zentrum bildet wieder ein Radar, auf dem später die Überwachungsmaßnahmen dargestellt werden. Der Mousetracker ist bei diesem Ansatz analog dem anderen enthalten, wurde aber nicht explizit dargestellt. Die beiden Varianten unterscheiden sich nur in der Gestaltung der, der Ablauf und die Infoebenen sind identisch.

Startscreen

Mouseover Gesellschaft

Mouseover Technik

Mouseover Politik

Technik

ePass

Aspekte ePass

gehe zu Zensus

Mouseover Zensus

Zensus Inhalt

Dystopie - Planet gedreht

PopUp Dystopie

Doppelgänger

… und for the record: noch ein paar Skizzen

Kameraaugen

Kameraaugen 2

Monitorkugel als Alternative zu Kameras

Augen Variationen

Planet Alternative Mouseover

Planet Alternative 2

Planet Alternative 3

Storyboards sind fertig

Wir haben endlich ein paar Entwürfe für den groben Ablauf der Infografik fertig.
Noch nicht ausgearbeitet sind die Detailansichten für die einzelnen Themen, dazu müssen wir uns aber erst für eine der Varianten entscheiden.

Wir haben uns von unseren Ordnungsstrategien wieder ein bisschen verabschiedet und in drei der Varianten wären diese eher als anzugebenes Merkmal (z.B. das hier ist gewerblich, das hier ist eine staatliche Maßnahme und so weiter) einzubinden. Gemäß einem Beispiel aus einem Buch – eine interaktive Karte von Sarajevo und je nachdem, von welcher Seite man diese betritt, bekommt man eine andere Perspekive auf den Balkan-Konflikt zu sehen – haben wir uns am Zugang bzw. an den Blickwinkeln, aus denen man die einzelnen Themen betrachteten kann, orientiert.

Daraus sind drei „Dimensionen“ bzw. Sichtweise entstanden: einmal die technische (wie funktioniert etwas, wo liegen technische Probleme oder Risiken), dann die gesellschaftliche (wie wirkt diese oder jene Überwachungsmaßnahme insgesamt, fühlen sich Personen eingeschränkt, werden sie gehemmt, ändert sich das Verhältnis zum Staat und so weiter …) und als drittes die politische (aus welchem Grund wird das so gemacht, welche rechtlichen Regelungen stecken dahinter, wer macht das).

So kann man sich also über die technische Dimension erkundigen, wie der ePass in der Praxis funktioniert und ob das Verfahren sicher ist, in der gesellschaftlichen Dimension darüber, welche Auswirkungen so eine elektronische Identität hat oder ob es wirklich so ist, dass man nun überallhin verfolgt wird ;) und über den politischen Blickwinkel gibt es Auskunft über das dazugehörige Gesetz und die Intension dahinter.

So.

Hier jetz erstmal ein paar Skizzen, die zu dem geführt haben, was es hinterher geworden ist.

Vorabskizze 1
Vorabskizze 2
Vorabskizze3

Kontrolltraum
Wichtig hier das Prinzip des Mousetrackers: die Überwachungsmaßnahmen verfolgen den Nutzer. Über die Augen kann man die verschiedenen Blickwinkel auswählen. Die Dystopien sind über den Kontrollraum anwählbar. Als motivierendes Moment gibt es ein kleines Männchen, das nach einer bestimmten Anzahl Nutzer-Aktionen auftaucht, und von den Überwachungsmaßnahmen angegriffen wird oder versucht, sich zu schützen.

Kontrolltraum 1

Kontrolltraum 2

Kontrolltraum 3

Kontrolltraum 4

Der Daten-Doppelgänger
Der Zugang erfolgt bei dieser Version auch über die drei Blickwinkel. Während der Nutzer sich einzelne Maßnahmen anschaut, wird das Männchen auf der einen Seite immer durchsichtiger, während sich auf der anderen Seite sein datenmäßiger Doppelgänger bildet, der ihm hinterher Schaden zufügt. Eine Dystopie bekommt man jeweils beim Einstieg über einen Blickwinkel gezeigt.

Digitaler Doppelgänger

Dazu noch eine ähnliche Alternative:
Digitaler Doppelgänger Alternative

The friendly Eye in the Sky
Diese Version ist etwas lockerer – es gibt weder Kategorien, noch bestimmte Perspektiven auf das Thema. Es kommt das Prinip der aufgesetzten Technik zur Anwendung: der Überwacher bedient sich verschiedener Techniken, dabei erfährt man etwas über die jeweilige Methode. Die Dystopien sind quasie zufällig eingestreut.

Friendly Eye 1

Friendly Eye 2

Typologie-Variante
Bei dieser Version haben wir die zeitlichen Kategrien (lebenslang, wissen wir nicht, zeitlich begrenzt) benutzt und die Kategorien „unbewusst, freiwillig, pflicht“ genutzt. Nachdem man eine zeitliche Kategorie ausgewählt hat, hängen sich jeweils (wenn vorhanden) die anderen Kategorien (unbewusst usw.) an, dort kann man dann einzelne Maßnahmen anwählen und anschauen.

Typologieansatz 1

Typologieansatz 2

Typologien der Überwachung Teil 3 – Ordnung nach Risiko

Hier eine Einordnung nach Risiko. Dazu haben wir uns an die Liste im Wikipedia gehalten, diese aber mal veralgemeinert und ein bisschen kompakter gestaltet und versucht, Mutmaßungen, die in absichtlicher Unterschlagung von Rechten begründet sind, wegzulassen. Ebenso haben wir die Risiken ausgelassen, die aus verfassungstechnischen Gründen eigentlich nicht eintreten sollten (z.B. Verweigerung eines rechtsstaatlichen Verfahrens, das ist vielleicht doch noch ein bisschen weit hergeholt).
Des Weiteren kann man ein Ranking der Risiken bzw. Wirkungsketten daraus konstruieren (klappt nicht immer ganz, aber wenigstens teilweise):
Demnach bleibt:

Verfahrensrisiken

  • schlechte Qualität der verwendeten Daten
  • qualitativ schlechte Entscheidungen
  • Fehlidentifikation
  • Verwendung von Daten außerhalb ihres ursprünglichen Zusammenhangs
  • Information-Overload
  • geheime Überwachung

Gesellschaftliche Risiken

  • Manipulation durch gezielt selektive Werbung
  • anlassunabhängigige Überwaachung
  • Klima des Misstrauens, weil jeder verdächtig ist
  • Stigmatisierung , Ausgrenzung, Schuldvorhersage
  • Verlust an Eigenständigkeit und Selbstbestimmung
  • verlust an Achtung vor dem Rechtsstaat
  • Destabilisierung der an sich gewollten Machtbalance

Die nachfolgende Bewertung liefert trotzdem eher keine gute Orientierung bezüglich der Informationseinheiten, dafür aber kann man zumindest teilweise eine gewisse Brisanz bestimmter Themenbereiche ablesen und sich möglicher Weise bei der inhaltlichen Priorisierung bestimmter Aspekte der einzelnen Themenbereiche hieran orientieren.
Beispielsweise sieht man gut, dass CCTV recht viele und recht hohe Risiken in sich birgt oder dass Stigmatisierung ein wichtigerer Punkt ist als die Qualität des Materials usw.

Die Einordnung klappt auch nicht immer. Beispielsweise muss bei verdeckten polizeilichen Ermittlungsmaßnahmen ja drei Punkte für das Risiko geheimer Überwachung vergeben werden – dies ist der Methode aber immanent, notwendig und in ihrem Kontext ja nicht als Risikofaktor in diesem Sinne zu betrachten. Trotzdem steht der hohe Wert. Kundenkarten z.B. widerum erhalten bei der Einordnugn hinsichtlich des Verfahrens einen niedrigen Wert – so gesehen wäre das falsch, denn der Verwendungskontext für sich birgt ja schon recht viele Risiken. Da es aber dem Zweck der Kundenkarte entspricht, Käufer zu erfassen und ggf. als in Ihrem Handeln zu beeinflussen, bleibt der Wert niedrig.
Außerdem hat z.B. der Verlust an Eigenständigkeit bei Social Networks nicht unbedingt mit Überwachung zu tun.

Aspekte wie Destabilisierung der Machtverhältnisse fordern auch nicht nur ein einziges Überwachungsinstrument, also ist die Bewertung hier so zu interpretieren, dass der Beitrag der jeweiligen Methode im Kontext des Zusammenwirkens aller Methoden gemeint ist. Der Grund hierfür müssen auch nicht die Maßnahmen selbst sein, sonern beispielsweise auch ihre schlechter Ruf oder unterstellte Willkür.

Die Risikoeinschätzung funktioniert also nur, wenn man immer beide Aspekte – Verfahren und Gesellschaft – betrachtet. Außderm bleibt noch anzumerken, dass die Einordnung eben unsere subjektive Sichtweise auf Basis der bisherigen Recherche spiegelt, weiter nichts.

Das Missbrauchsrisiko wird außen vor gelassen. Schließlich kann man grundsätzlich und überhaupt alles missbrauchen, sogar ein Bananenbrot.Guten Appetit.

Als Fazit lässt sich zumindest ziehen, dass polizeiliche Überwachungsmaßnahmen eher wenige gesellschaftliche Risiken nach sich ziehen, dafür aber die Verfahren noch recht unausgereift scheinen, schlicht ein Ärgernis also. Hmm. Haben die dann erst, wenn man solche Unzulänglichkeiten längerfristig nicht behebt und darauf aufbaut Konsequenzen oder jetz schon?

Verfahrensrisiken

Gesellschaftliche Risiken Überwachung

Risiken Überwachung gesamt






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